Jonas und sein Leben als Geschwisterkind eines behinderten Bruders

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Jonas ist der Zwillingsbruder von Jannik, er war immer das "gesunde Kind"

Jonas war immer der unkomplizierter von beiden und deshalb war er immer das Kind, dass warten musste. Er bekam als zweiter das Fläschchen, später wurde er als zweiter gefüttert und und und.

Da Jannik sich immer in den Vordergrund schrie, wurde es einfach alltäglich:

JONAS DU WEIST DOCH "JANNIK IST BEHINDERT" DA MUSST DU EBEN MAL WARTEN!!!

JONAS DU KANNST DAS DOCH ALLEINE, JANNIK KANN DAS NICHT, DA MUSS ICH HELFEN

JONAS GIB DAS SPIELZEUG DOCH MAL DEM JANNIK, DU WEIST DOCH WIE ER IST!!!

Und noch viele solcher Sätze.

Das waren so in den ersten 2-3 Jahren die Standard Sätze. Ich selbst war mir nie so bewusst, dass Jonas somit in den Hintergrund geschoben wurde, denn Jannik ist ja ein besonderes Kind und brauch eben mehr Zeit und Aufmerksamkeit.

Viele Therapeuten und Ärzte haben immer gesagt, wenn ein behindertes Kind in der Familie ist muß man sehr stark aufpassen,dass das gesunde Kind nicht benachteiligt wird.Ich habe immer gesagt sowas passiert mir nie, Jonas ist immer dabei und bekommt genauso viel Aufmerksamkeit und Liebe wie Jannik.

Doch jetzt zurückblickend wird es mir bewusst: Auch Jonas wurde hinten angestellt!!!

Jonas bekam immer viel materielles(Spielzeug noch und nöcher)  ALS AUSGLEICH?????

Jonas war stark und holte sich seine Zuwendung, aber leider manchmal nach dem Motto:

LIEBER NEGATIVE ZUWENDUNG ALS GAR KEINE ZUWENDUNG!!!!!!

Das hat mich wach gerüttelt, ich habe versucht auf beide Kinder die gleiche Aufmerksamkeit und Liebe zu verteilen. Was nicht immer einfach ist, denn Jannik schaltet sich immer dazwischen.

Ich habe es aber geschafft und wir haben uns jetzt ganz toll eingespielt.

Jonas hat jetzt liebevoll die Rolle des "GROßEN BRUDERS" übernommen, er hilft mir bei der Pflege mit Jannik und nimmt seinen "KLEINEN BRUDER" liebevoll in Schutz.

Dabei musste ich jetzt wieder aufpassen, denn Jonas lud sich viel zu viel Verantwortung auf seine kleinen Schultern, unter dieser Last ist er versunken.

Denn leider machte Jonas sich jetzt auch noch Vorwürfe, dass er damals seine Mama nicht vor seinem Vater beschützen konnte und sein Vater seiner Mama sehr weh getan hat. (siehe mein Lebenslauf).

Jonas wollte jetzt auf SEINE GANZE FAMILIE aufpassen, was für einen 5 jährigen ja ein Ding der Unmöglichkeit ist.

Die Folge war ein Entwicklungsrückschub, mangelndes Selbstbewusstsein und ein auffälliges babyhaftes Verhalten.

Jonas zog sich zurück, heulte bei jeder noch so kleinen Kleinigkeit sofort los, traute sich gar nichts mehr zu und zeigte eine Entwicklungsverzögerung.

Seit mein jetziger Lebensgefährte"Harald" bei uns wohnt, haben wir es geschafft Jonas von seiner Last zu befreien.

Wir machtem Ihm klar, dass Harald jetzt auf uns alle aufpasst und er keine Angst mehr zu haben brauch.

Harald und ich teilen uns die alltäglichen Aufgaben, so dass immer Zeit für beide Kinder da ist, jeder seine Zuwendung und Liebe bekommt und jeder so sein kann wie es für sein Alter entsprechend ist und Jonas kann wieder ein ganz normales Kind sein.

Jonas ist jetzt 6 Jahre alt, baut langsam ein gesundes Selbsbewusstsein auf und holt seinen Entwicklungsrückstand nach und nach auf. Er ist jetzt in die Vorklasse gekommen um noch ein Jahr Zeit zuhaben. Dazu macht er einige Therapien (Logopädie, Ergotherapie und eine Gruppen-Verhaltens-Therapie),

Ich bin mir bewusst, dass ich auf Jonas sehr gut aufpassen muß und immer darauf bedacht sein muss,meine Aufmerksamkeit und Liebe auf beide Kinder gleichermaßen zu verteilen und jedes Kind für sich als ein BESONDERES KIND sehen muß.



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